Apis cerana: Unterschied zwischen den Versionen
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* The Asian Honey Bee and its strains https://www.planthealthaustralia.com.au/wp-content/uploads/2024/01/Asian-Honey-Bee-Literature-Review.pdf | |||
* Apidologie - Evolution of Apis cerana https://www.apidologie.org/articles/apido/pdf/1996/05/Apidologie_0044-8435_1996_27_5_ART0002.pdf | |||
Version vom 6. Mai 2026, 21:17 Uhr
Östliche Honigbiene (Apis cerana)
Die Östliche Honigbiene (Apis cerana), auch als Asiatische Honigbiene bekannt, ist eine in Süd-, Südost- und Ostasien heimische Art aus der Gattung der Honigbienen (Apis). Sie ist die Schwesterart der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) und spielt eine entscheidende Rolle als Bestäuber in den Ökosystemen Asiens sowie als ursprünglicher Wirt der Varroamilbe.
Taxonomie und Entdeckung
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Art erfolgte im Jahr 1793 durch den dänischen Entomologen Johan Christian Fabricius unter dem Namen Apis cerana. Taxonomisch gehört sie zur Untergattung Apis, zu der auch die Westliche Honigbiene zählt. Über lange Zeit wurden verschiedene regionale Formen als eigene Arten beschrieben, heute werden diese jedoch meist als Unterarten von Apis cerana zusammengefasst.
Evolution und Geschichte
Apis cerana und Apis mellifera stammen von einem gemeinsamen Vorfahren ab, wobei sich die Linien vor etwa 6 bis 9 Millionen Jahren trennten. Während sich Apis mellifera in Richtung Europa und Afrika ausbreitete, blieb Apis cerana im asiatischen Raum. Genetische Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Zentrum der Diversität und der mögliche Ursprung der Art in Südostasien liegt.
Aussehen und Merkmale
Die Östliche Honigbiene ähnelt in ihrem Erscheinungsbild der Westlichen Honigbiene, weist jedoch spezifische Unterschiede auf:
- Größe: Sie ist mit einer Körperlänge von etwa 10 bis 13 mm insgesamt kleiner als die europäische Honigbiene.
- Färbung: Der Hinterleib zeigt markante dunkle Querstreifen, wobei vier Segmente deutlich sichtbar sind. Die Grundfarbe variiert je nach Unterart von gelblich bis fast schwarz.
- Thorax: Die Brust ist dicht mit gelbbraunen Haaren bedeckt.
- Flügelgeäder: Ein wichtiges morphologisches Unterscheidungsmerkmal ist das Vorhandensein eines kleinen Fortsatzes (Radialader) am Hinterflügel, der bei Apis mellifera fehlt.
Verbreitung und Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Apis cerana erstreckt sich über weite Teile Asiens:
- Westen: Von Afghanistan und Pakistan über Indien.
- Osten: Bis nach Japan, Korea und die pazifischen Inseln.
- Norden: Bis in den Süden Sibiriens und den Norden Chinas.
- Süden: Über Südostasien bis nach Indonesien und Papua-Neuguinea.
Die Art ist äußerst anpassungsfähig und besiedelt verschiedene Klimazonen, von tropischen Regenwäldern bis hin zu gemäßigten Gebirgsregionen im Himalaya.
Biologie und Verhalten
Nestbau
Wie Apis mellifera ist auch Apis cerana ein Höhlenbrüter. Sie baut mehrere parallel hängende Waben in Baumhöhlen, Felsspalten oder menschlichen Behausungen.
Vermehrung und Schwarmverhalten
Die Art zeigt einen starken Vermehrungstrieb. Im Vergleich zur Westlichen Honigbiene schwärmt Apis cerana deutlich häufiger (bis zu mehrmals pro Jahr). Eine Besonderheit ist das Absconding (Völkerwanderung): Bei Ressourcenmangel, starkem Schädlingsbefall oder anhaltender Störung verlässt das gesamte Volk das Nest, um an einem anderen Ort neu zu beginnen.
Abwehr von Fressfeinden
Gegenüber Hornissen (insbesondere Vespa velutina) hat Apis cerana eine effektive Verteidigungsstrategie entwickelt: das Heat-Balling (Hitzekugel). Dabei umschwärmen zahlreiche Bienen die Hornisse und erhöhen durch Muskelvibration die Temperatur im Inneren der Kugel auf über 46 °C, was für die Hornisse tödlich ist, während die Bienen diese Hitze kurzzeitig tolerieren.
Vergleich: Apis cerana vs. Apis mellifera
| Merkmal | Apis cerana (Östliche) | Apis mellifera (Westliche) |
| Volksstärke | 6.000 bis 15.000 Individuen | 20.000 bis 60.000 Individuen |
| Körpergröße | Kleiner | Größer |
| Honigertrag | Geringer (ca. 5–10 kg/Jahr) | Höher (ca. 20–50 kg/Jahr oder mehr) |
| Varroa-Resistenz | Hohe Resistenz durch Putzverhalten | Geringe natürliche Resistenz |
| Verhalten | Friedlicher, aber fluchtbereiter (Absconding) | Ortstreuer, selektiert auf Honigleistung |
Ökologische und wirtschaftliche Bedeutung
Varroamilbe
Apis cerana ist der ursprüngliche Wirt der Milbe Varroa destructor. Da sich Biene und Parasit gemeinsam entwickelt haben (Koevolution), hat Apis cerana Abwehrmechanismen wie ein ausgeprägtes Putzverhalten (Grooming) entwickelt, durch das sie den Milbenbefall kontrollieren kann, ohne dass das Volk zugrunde geht.
Bestäubung
In vielen Regionen Asiens ist sie der wichtigste Bestäuber für Wildpflanzen und landwirtschaftliche Kulturen, da sie auch bei niedrigeren Temperaturen aktiv ist als viele andere tropische Bienenarten.
Unterarten (Auswahl)
- Apis cerana cerana (Zentral- und Nordchina)
- Apis cerana indica (Indien, Sri Lanka, Südostasien)
- Apis cerana japonica (Japan)
- Apis cerana himalaya (Himalaya-Region)
Literatur und Quellen
- Plant Health Australia (2024): Asian Honey Bee (Apis cerana) Literature Review.
- Ruttner, F. (1988/1996): Evolution and phylogeny of Apis cerana. In: Apidologie.
- Meixner et al. (2010): Geographic distribution of the eastern honeybee Apis cerana.
- InsectsID: Asian Honey Bee (Apis cerana) - Characteristics and Biology.
- Wikipedia (DE): Östliche Honigbiene.
Weblinks
- The Asian Honey Bee and its strains https://www.planthealthaustralia.com.au/wp-content/uploads/2024/01/Asian-Honey-Bee-Literature-Review.pdf
- Apidologie - Evolution of Apis cerana https://www.apidologie.org/articles/apido/pdf/1996/05/Apidologie_0044-8435_1996_27_5_ART0002.pdf