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Honigbienen: Unterschied zwischen den Versionen

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== Honigbienen (Gattung Apis) ==
== Honigbienen (Gattung Apis) ==
Die Honigbienen (Apis) sind eine Gattung aus der Familie der Echten Bienen (Apidae). Innerhalb dieser Gattung ist die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) die für den Menschen bedeutendste Art, da sie seit Jahrtausenden zur Gewinnung von Honig, Wachs und zur Bestäubung von Blühpflanzen genutzt wird.
Die Honigbienen (Apis) sind eine Gattung aus der Familie der Echten Bienen (Apidae). Innerhalb dieser Gattung ist die [[Westliche Honigbiene]] ([[Apis mellifera]]) die für den Menschen bedeutendste Art, da sie seit Jahrtausenden zur Gewinnung von Honig, Wachs und zur Bestäubung von Blühpflanzen genutzt wird.


=== 1. Merkmale und Aussehen ===
=== 1. Merkmale und Aussehen ===
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Mundwerkzeuge: Ein kombinierter Leck-Saug-Apparat zur Aufnahme von Nektar.
Mundwerkzeuge: Ein kombinierter Leck-Saug-Apparat zur Aufnahme von Nektar.


Stachel: Weibliche Tiere besitzen einen Giftstachel, der bei der [[Westliche Honigbiene|Westlichen Honigbiene]] mit Widerhaken versehen ist.
Stachel: Weibliche Tiere besitzen einen Giftstachel, der bei der Westlichen Honigbiene mit Widerhaken versehen ist.


=== 2. Arten und Verbreitung ===
=== 2. Arten und Verbreitung ===
Weltweit werden heute meist neun bis elf Arten unterschieden. Während die Westliche Honigbiene ursprünglich in Europa, Afrika und Vorderasien heimisch war, stammen alle anderen Arten aus Asien.
Weltweit werden heute meist neun bis elf Arten unterschieden. Während die Westliche Honigbiene ursprünglich in Europa, Afrika und Vorderasien heimisch war, stammen alle anderen Arten aus Asien.


=== Untergattung Megapis Ashmead ([[Riesen-Honigbienen]]) ===
=== Untergattung [[Megapis]] Ashmead ([[Riesen-Honigbienen]]) ===


* [[Kliffhonigbiene]] ([[Apis laboriosa]], Frederick Smith, 1871) – Vorkommen: Himalaya, Vietnam
* [[Kliffhonigbiene]] ([[Apis laboriosa]], Frederick Smith, 1871) – Vorkommen: Himalaya, Vietnam
* Riesenhonigbiene (Apis dorsata, Johann Christian Fabricius, 1798) – Vorkommen: Indien, Südostasien, Borneo, Sri Lanka
* Riesenhonigbiene ([[Apis dorsata]], Johann Christian Fabricius, 1798) – Vorkommen: Indien, Südostasien, Borneo, Sri Lanka


=== Untergattung Apis s. str. (Höhlennistende Bienen) ===
=== Untergattung [[Apis]] s. str. (Höhlennistende Bienen) ===


* Westliche Honigbiene oder Europäische Honigbiene (Apis mellifera, Linnaeus, 1758) – Vorkommen: ursprünglich Europa, Afrika, Naher Osten; inzwischen durch den Menschen weltweit verbreitet.
* Westliche Honigbiene oder Europäische Honigbiene (Apis mellifera, Linnaeus, 1758) – Vorkommen: ursprünglich Europa, Afrika, Naher Osten; inzwischen durch den Menschen weltweit verbreitet.
* Asiatische Rote Honigbiene oder Rote Honigbiene (Apis koschevnikovi, Buttel-Reepen, 1906) – Vorkommen: Borneo
* Asiatische Rote Honigbiene oder [[Rote Honigbiene]] ([[Apis koshevnikovi]], [[Buttel-Reepen]], 1906) – Vorkommen: Borneo
* Apis nigrocincta (Frederick Smith, 1861) – Vorkommen: Sulawesi, Mindanao
* [[Apis nigrocincta]] (Frederick Smith, 1861) – Vorkommen: Sulawesi, Mindanao
* Asiatische Bergbiene (Apis nuluensis, Tingek, Koeniger and Koeniger 1996) – Vorkommen: Malaysia, Borneo
* [[Asiatische Bergbiene]] (Apis nuluensis, Tingek, [[Nikolaus Koeniger|Koeniger]] and [[Gudrun Koeniger|Koeniger]] 1996) – Vorkommen: Malaysia, Borneo
* Östliche Honigbiene oder Asiatische Honigbiene (Apis cerana, Fabricius, 1793), früher Indische Honigbiene genannt – Vorkommen: Indien, Sri Lanka, Südostasien, Borneo, Japan
* [[Östliche Honigbiene]] oder [[Asiatische Honigbiene]] ([[Apis cerana]], Fabricius, 1793), früher [[Indische Honigbiene]] genannt – Vorkommen: Indien, Sri Lanka, Südostasien, Borneo, Japan


=== Untergattung Micrapis Ashmead. (Zwerg-Honigbienen) ===
=== Untergattung [[Micrapis]] Ashmead. (Zwerg-Honigbienen) ===


* Zwerghonigbiene (Apis florea, Fabricius, 1787) – Vorkommen: Südostasien, Persischer Golf, Sri Lanka
* [[Zwerghonigbiene]] ([[Apis florea]], Fabricius, 1787) – Vorkommen: Südostasien, Persischer Golf, Sri Lanka
* Zwergbuschbiene oder Buschhonigbiene (Apis andreniformis, Frederick Smith, 1858) – Vorkommen: Südostasien, Borneo
* [[Zwergbuschbiene]] oder [[Buschhonigbiene]] ([[Apis andreniformis]], Frederick Smith, 1858) – Vorkommen: Südostasien, Borneo


=== 3. Lebensweise und Sozialstruktur ===
=== 3. Lebensweise und Sozialstruktur ===
Honigbienen sind staatenbildende Insekten. Ein Bienenvolk ist ein hochorganisierter „Superorganismus“, in dem die Individuen ohne die Gemeinschaft nicht überlebensfähig wären.
Honigbienen sind [[staatenbildende Insekten]]. Ein [[Bienenvolk]] ist ein hochorganisierter „Superorganismus“, in dem die Individuen ohne die Gemeinschaft nicht überlebensfähig wären.


Die drei Wesen (Kasten)
==== Die drei Wesen (Kasten) ====
Königin: Das einzige geschlechtsreife Weibchen. Ihre einzige Aufgabe ist das Eierlegen (bis zu 2.000 pro Tag).


Arbeiterinnen: Unfruchtbare Weibchen, die je nach Alter unterschiedliche Aufgaben übernehmen (Putzen, Füttern, Bauen, Bewachen, Sammeln).
* [[Königin]]: Das einzige geschlechtsreife Weibchen. Ihre einzige Aufgabe ist das Eierlegen (bis zu 2.000 pro Tag).
* [[Arbeiterin|Arbeiterinnen]]: Unfruchtbare Weibchen, die je nach Alter unterschiedliche Aufgaben übernehmen (Putzen, Füttern, Bauen, Bewachen, Sammeln).
* [[Drohn|Drohnen]]: Männliche Bienen, deren Hauptaufgabe die Paarung mit einer Jungkönigin ist. Sie besitzen keinen Stachel.


Drohnen: Männliche Bienen, deren Hauptaufgabe die Paarung mit einer Jungkönigin ist. Sie besitzen keinen Stachel.
==== Kommunikation ====
 
Besonders bekannt sind der [[Rundtanz]], der [[Schwänzeltanz]] und der [[Sicheltanz]] der Arbeiterinnen, mit dem Kundschafterinnen ihren Artgenossen mitteilen, in welcher Richtung und Entfernung sich ergiebige Futterquellen befinden.
Kommunikation
Besonders bekannt ist der Schwänzeltanz, mit dem Kundschafterinnen ihren Artgenossen mitteilen, in welcher Richtung und Entfernung sich ergiebige Futterquellen befinden.


=== 4. Fortpflanzung und Nestbau ===
=== 4. Fortpflanzung und Nestbau ===
Die Vermehrung des Volkes erfolgt durch Schwärmen. Die alte Königin verlässt mit einem Teil der Belegschaft das Nest, um ein neues Volk zu gründen, während im alten Nest eine junge Königin schlüpft.
Die Vermehrung des Volkes erfolgt durch Schwärmen. Die alte Königin verlässt mit einem Teil der Belegschaft das Nest, um ein neues Volk zu gründen, während im alten Nest eine junge Königin schlüpft.
Der Nestbau erfolgt aus Bienenwachs, das die Arbeiterinnen in speziellen Drüsen ausschwitzen. Die Waben bestehen aus perfekten Sechsecken, was maximale Stabilität bei minimalem Materialverbrauch bietet.
Der Nestbau erfolgt aus Bienenwachs, das die Arbeiterinnen in speziellen Drüsen ausschwitzen. Die Waben bestehen aus perfekten Sechsecken, was maximale Stabilität bei minimalem Materialverbrauch bietet.


=== 5. Systematik und Verwandtschaft ===
=== 5. Systematik und Verwandtschaft ===
Die Gattung Apis gehört zur Tribus Apini. Ihre nächsten Verwandten sind die Hummeln (Bombini), die Prachtbienen (Euglossini) und die stachellosen Bienen (Meliponini).
Die Gattung Apis gehört zur Tribus [[Apini]]. Ihre nächsten Verwandten sind die [[Hummeln]] ([[Bombini]]), die [[Prachtbienen]] ([[Euglossini]]) und die [[Stachellose Bienen|stachellosen Bienen]] ([[Meliponini]]).


=== 6. Nutzung durch den Menschen ===
=== 6. Nutzung durch den Menschen ===
Die Beziehung zwischen Mensch und Honigbiene reicht bis in die Steinzeit zurück (Honigjäger).
Die Beziehung zwischen Mensch und Honigbiene reicht bis in die Steinzeit zurück (Honigjäger).


Honig & Wachs: Ursprünglich die Hauptgründe für die Imkerei.
Honig & Wachs: Ursprünglich die Hauptgründe für die [[Imkerei]].


Bestäubungsleistung: Heute ist der ökonomische Wert der Bestäubung weitaus höher. Etwa 80 % der Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.
Bestäubungsleistung: Heute ist der ökonomische Wert der Bestäubung weitaus höher. Etwa 80 % der Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.


Propolis & Gelee Royale: Nutzung in der Naturheilkunde und Kosmetik.
[[Propolis]] & [[Gelee Royale]]: Nutzung in der Naturheilkunde und Kosmetik.


Hinweis: Viele Wildbienenarten und auch Honigbienenpopulationen sind heute durch Pestizide, Monokulturen und Parasiten (wie die Varroa-Milbe) bedroht. Der Schutz ihrer Lebensräume ist für die globale Ernährungssicherheit von zentraler Bedeutung.
Hinweis: Viele Wildbienenarten und auch Honigbienenpopulationen sind heute durch Pestizide, Monokulturen und Parasiten (wie die [[Varroa-Milbe]]) bedroht. Der Schutz ihrer Lebensräume ist für die globale Ernährungssicherheit von zentraler Bedeutung.

Version vom 20. April 2026, 09:29 Uhr

Honigbienen (Gattung Apis)

Die Honigbienen (Apis) sind eine Gattung aus der Familie der Echten Bienen (Apidae). Innerhalb dieser Gattung ist die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) die für den Menschen bedeutendste Art, da sie seit Jahrtausenden zur Gewinnung von Honig, Wachs und zur Bestäubung von Blühpflanzen genutzt wird.

1. Merkmale und Aussehen

Honigbienen zeichnen sich durch einen behaarten Körper und die typische Gliederung in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen) aus. Ein markantes Merkmal der Gattung ist die Körbcheneinrichtung an den Hinterbeinen der Arbeiterinnen, mit der sie Pollen sammeln.

Größe: Je nach Art zwischen 7 mm (Zwerghonigbiene) und 19 mm (Riesenhonigbiene).

Augen: Große Facettenaugen sowie drei Punktaugen (Ocellen) auf der Stirn.

Mundwerkzeuge: Ein kombinierter Leck-Saug-Apparat zur Aufnahme von Nektar.

Stachel: Weibliche Tiere besitzen einen Giftstachel, der bei der Westlichen Honigbiene mit Widerhaken versehen ist.

2. Arten und Verbreitung

Weltweit werden heute meist neun bis elf Arten unterschieden. Während die Westliche Honigbiene ursprünglich in Europa, Afrika und Vorderasien heimisch war, stammen alle anderen Arten aus Asien.

Untergattung Megapis Ashmead (Riesen-Honigbienen)

  • Kliffhonigbiene (Apis laboriosa, Frederick Smith, 1871) – Vorkommen: Himalaya, Vietnam
  • Riesenhonigbiene (Apis dorsata, Johann Christian Fabricius, 1798) – Vorkommen: Indien, Südostasien, Borneo, Sri Lanka

Untergattung Apis s. str. (Höhlennistende Bienen)

Untergattung Micrapis Ashmead. (Zwerg-Honigbienen)

3. Lebensweise und Sozialstruktur

Honigbienen sind staatenbildende Insekten. Ein Bienenvolk ist ein hochorganisierter „Superorganismus“, in dem die Individuen ohne die Gemeinschaft nicht überlebensfähig wären.

Die drei Wesen (Kasten)

  • Königin: Das einzige geschlechtsreife Weibchen. Ihre einzige Aufgabe ist das Eierlegen (bis zu 2.000 pro Tag).
  • Arbeiterinnen: Unfruchtbare Weibchen, die je nach Alter unterschiedliche Aufgaben übernehmen (Putzen, Füttern, Bauen, Bewachen, Sammeln).
  • Drohnen: Männliche Bienen, deren Hauptaufgabe die Paarung mit einer Jungkönigin ist. Sie besitzen keinen Stachel.

Kommunikation

Besonders bekannt sind der Rundtanz, der Schwänzeltanz und der Sicheltanz der Arbeiterinnen, mit dem Kundschafterinnen ihren Artgenossen mitteilen, in welcher Richtung und Entfernung sich ergiebige Futterquellen befinden.

4. Fortpflanzung und Nestbau

Die Vermehrung des Volkes erfolgt durch Schwärmen. Die alte Königin verlässt mit einem Teil der Belegschaft das Nest, um ein neues Volk zu gründen, während im alten Nest eine junge Königin schlüpft.

Der Nestbau erfolgt aus Bienenwachs, das die Arbeiterinnen in speziellen Drüsen ausschwitzen. Die Waben bestehen aus perfekten Sechsecken, was maximale Stabilität bei minimalem Materialverbrauch bietet.

5. Systematik und Verwandtschaft

Die Gattung Apis gehört zur Tribus Apini. Ihre nächsten Verwandten sind die Hummeln (Bombini), die Prachtbienen (Euglossini) und die stachellosen Bienen (Meliponini).

6. Nutzung durch den Menschen

Die Beziehung zwischen Mensch und Honigbiene reicht bis in die Steinzeit zurück (Honigjäger).

Honig & Wachs: Ursprünglich die Hauptgründe für die Imkerei.

Bestäubungsleistung: Heute ist der ökonomische Wert der Bestäubung weitaus höher. Etwa 80 % der Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.

Propolis & Gelee Royale: Nutzung in der Naturheilkunde und Kosmetik.

Hinweis: Viele Wildbienenarten und auch Honigbienenpopulationen sind heute durch Pestizide, Monokulturen und Parasiten (wie die Varroa-Milbe) bedroht. Der Schutz ihrer Lebensräume ist für die globale Ernährungssicherheit von zentraler Bedeutung.