Honigbienen: Unterschied zwischen den Versionen
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Größe: Je nach Art zwischen 7 mm ([[Zwerghonigbiene]]) und 19 mm ([[Riesenhonigbiene]]). | Größe: Je nach Art zwischen 7 mm ([[Zwerghonigbiene]]) und 19 mm ([[Riesenhonigbiene]]). | ||
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Weltweit werden heute meist neun bis elf Arten unterschieden. Während die Westliche Honigbiene ursprünglich in Europa, Afrika und Vorderasien heimisch war, stammen alle anderen Arten aus Asien. | Weltweit werden heute meist neun bis elf Arten unterschieden. Während die Westliche Honigbiene ursprünglich in Europa, Afrika und Vorderasien heimisch war, stammen alle anderen Arten aus Asien<ref>Friedrich Ruttner: Naturgeschichte der Honigbienen. Ehrenwirth Verlag München 1992. S. 143ff. [[Spezial:ISBN-Suche/3431031846|ISBN 3-431-03184-6]]</ref>. | ||
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* Nikolaus Koeniger, Gudrun Koeniger, Salim Tingek: ''Konkurrenz oder harmonisches Zusammenleben? Die Honigbienen Südostasiens.'' In: ''Allgemeine Deutsche Imkerzeitung.'' Nr. 6, 2006, {{ISSN|0002-5828}}, S. 12 ff. | |||
* Joachim Nitschmann, Johannes Otto Hüsing (Hrsg.): ''Lexikon der Bienenkunde.'' Tosa, Wien 2002, ISBN 3-85492-616-2. | |||
* Friedrich Ruttner: ''Naturgeschichte der Honigbienen.'' Franckh-Kosmos-Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-440-09125-2. | |||
* Thomas Dyer Seeley: ''Honigbienen. Im Mikrokosmos Des Bienenstocks.'' Springer, Basel 2012, ISBN 978-3-0348-7834-0. | |||
* Armin Spürgin: ''Die Honigbiene. Vom Bienenstaat zur Imkerei.'' 5. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8001-7848-3. | |||
* Jürgen Tautz: ''Phänomen Honigbiene.'' Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/München 2007, ISBN 978-3-8274-1845-6. | |||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
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Version vom 20. April 2026, 19:07 Uhr
Honigbienen (Gattung Apis)
Die Honigbienen (Apis) sind eine Gattung aus der Familie der Echten Bienen (Apidae). Innerhalb dieser Gattung ist die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) die für den Menschen bedeutendste Art, da sie seit Jahrtausenden zur Gewinnung von Honig, Wachs und zur Bestäubung von Blühpflanzen genutzt wird.
1. Merkmale und Aussehen
Honigbienen zeichnen sich durch einen behaarten Körper und die typische Gliederung in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen) aus. Ein markantes Merkmal der Gattung ist die Körbcheneinrichtung an den Hinterbeinen der Arbeiterinnen, mit der sie Pollen sammeln[1].
Größe: Je nach Art zwischen 7 mm (Zwerghonigbiene) und 19 mm (Riesenhonigbiene).
Augen: Große Facettenaugen sowie drei Punktaugen (Ocellen) auf der Stirn.
Mundwerkzeuge: Ein kombinierter Leck-Saug-Apparat zur Aufnahme von Nektar.
Stachel: Weibliche Tiere besitzen einen Giftstachel, der bei der Westlichen Honigbiene mit Widerhaken versehen ist[2].
2. Arten und Verbreitung
Weltweit werden heute meist neun bis elf Arten unterschieden. Während die Westliche Honigbiene ursprünglich in Europa, Afrika und Vorderasien heimisch war, stammen alle anderen Arten aus Asien[3].
Untergattung Megapis Ashmead (Riesen-Honigbienen)
- Kliffhonigbiene (Apis laboriosa, Frederick Smith, 1871) – Vorkommen: Himalaya, Vietnam
- Riesenhonigbiene (Apis dorsata, Johann Christian Fabricius, 1798) – Vorkommen: Indien, Südostasien, Borneo, Sri Lanka
Untergattung Apis s. str. (Höhlennistende Bienen)
- Westliche Honigbiene oder Europäische Honigbiene (Apis mellifera, Linnaeus, 1758) – Vorkommen: ursprünglich Europa, Afrika, Naher Osten; inzwischen durch den Menschen weltweit verbreitet.
- Asiatische Rote Honigbiene oder Rote Honigbiene (Apis koshevnikovi, Buttel-Reepen, 1906) – Vorkommen: Borneo
- Apis nigrocincta (Frederick Smith, 1861) – Vorkommen: Sulawesi, Mindanao
- Asiatische Bergbiene (Apis nuluensis, Tingek, Koeniger and Koeniger 1996) – Vorkommen: Malaysia, Borneo
- Östliche Honigbiene oder Asiatische Honigbiene (Apis cerana, Fabricius, 1793), früher Indische Honigbiene genannt – Vorkommen: Indien, Sri Lanka, Südostasien, Borneo, Japan
Untergattung Micrapis Ashmead. (Zwerg-Honigbienen)
- Zwerghonigbiene (Apis florea, Fabricius, 1787) – Vorkommen: Südostasien, Persischer Golf, Sri Lanka
- Zwergbuschbiene oder Buschhonigbiene (Apis andreniformis, Frederick Smith, 1858) – Vorkommen: Südostasien, Borneo
3. Lebensweise und Sozialstruktur
Honigbienen sind staatenbildende Insekten. Ein Bienenvolk ist ein hochorganisierter „Superorganismus“, in dem die Individuen ohne die Gemeinschaft nicht überlebensfähig wären.
Die drei Wesen (Kasten)
- Königin: Das einzige geschlechtsreife Weibchen. Ihre einzige Aufgabe ist das Eierlegen (bis zu 2.000 pro Tag).
- Arbeiterinnen: Unfruchtbare Weibchen, die je nach Alter unterschiedliche Aufgaben übernehmen (Putzen, Füttern, Bauen, Bewachen, Sammeln).
- Drohnen: Männliche Bienen, deren Hauptaufgabe die Paarung mit einer Jungkönigin ist. Sie besitzen keinen Stachel.
Kommunikation
Besonders bekannt sind der Rundtanz, der Schwänzeltanz und der Sicheltanz der Arbeiterinnen, mit dem Kundschafterinnen ihren Artgenossen mitteilen, in welcher Richtung und Entfernung sich ergiebige Futterquellen befinden.
4. Fortpflanzung und Nestbau
Die Vermehrung des Volkes erfolgt durch Schwärmen. Die alte Königin verlässt mit einem Teil der Belegschaft das Nest, um ein neues Volk zu gründen, während im alten Nest eine junge Königin schlüpft.
Der Nestbau erfolgt aus Bienenwachs, das die Arbeiterinnen in speziellen Drüsen ausschwitzen. Die Waben bestehen aus perfekten Sechsecken, was maximale Stabilität bei minimalem Materialverbrauch bietet.
5. Systematik und Verwandtschaft
Die Gattung Apis gehört zur Tribus Apini. Ihre nächsten Verwandten sind die Hummeln (Bombini), die Prachtbienen (Euglossini) und die stachellosen Bienen (Meliponini).
6. Nutzung durch den Menschen
Die Beziehung zwischen Mensch und Honigbiene reicht bis in die Steinzeit zurück (Honigjäger).
Honig & Wachs: Ursprünglich die Hauptgründe für die Imkerei.
Bestäubungsleistung: Heute ist der ökonomische Wert der Bestäubung weitaus höher. Etwa 80 % der Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.
Propolis & Gelee Royale: Nutzung in der Naturheilkunde und Kosmetik.
Hinweis: Viele Wildbienenarten und auch Honigbienenpopulationen sind heute durch Pestizide, Monokulturen und Parasiten (wie die Varroa-Milbe) bedroht. Der Schutz ihrer Lebensräume ist für die globale Ernährungssicherheit von zentraler Bedeutung.
Literatur
- Nikolaus Koeniger, Gudrun Koeniger, Salim Tingek: Konkurrenz oder harmonisches Zusammenleben? Die Honigbienen Südostasiens. In: Allgemeine Deutsche Imkerzeitung. Nr. 6, 2006, Vorlage:ISSN, S. 12 ff.
- Joachim Nitschmann, Johannes Otto Hüsing (Hrsg.): Lexikon der Bienenkunde. Tosa, Wien 2002, ISBN 3-85492-616-2.
- Friedrich Ruttner: Naturgeschichte der Honigbienen. Franckh-Kosmos-Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-440-09125-2.
- Thomas Dyer Seeley: Honigbienen. Im Mikrokosmos Des Bienenstocks. Springer, Basel 2012, ISBN 978-3-0348-7834-0.
- Armin Spürgin: Die Honigbiene. Vom Bienenstaat zur Imkerei. 5. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8001-7848-3.
- Jürgen Tautz: Phänomen Honigbiene. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/München 2007, ISBN 978-3-8274-1845-6.
Einzelnachweise
- ↑ Anton Büdel & Edmund Herold: Biene und Bienenzucht, 2. Auflage, Ehrenwirth Verlag München 1976, S. 50. ISBN 3-431-00998-0
- ↑ Anton Büdel & Edmund Herold: Biene und Bienenzucht. 2. Auflage. Ehrenwirth Verlag München 1976. S. 51. ISBN 3-431-00998-0
- ↑ Friedrich Ruttner: Naturgeschichte der Honigbienen. Ehrenwirth Verlag München 1992. S. 143ff. ISBN 3-431-03184-6