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Singerschwarm

Aus Bienen-Wiki

Singerschwarm

Der Singerschwarm ist eine Sonderform des Nachschwarms und liegt dann vor, wenn die bisherige Königin des Vorschwarmes während des Schwarmvorganges verloren geht und die Bienen alle wieder in ihr Ursprungsvolk zurückkehren. Beim Schlupf der ersten Prinzessin aus einer der Schwarmzellen fällt dann der Singerschwarm, meistens 7-10 Tage nach Abgang des Vorschwarmes. Er ist biologisch und akustisch direkt an das Phänomen des „Tütens und Quakens“ von Bienenköniginnen gekoppelt.

Biologie und Akustik

Das Phänomen des Singerschwarms entsteht, wenn in einem schwarmbereiten Volk nach dem Auszug des Vorschwarms mehrere junge Königinnen gleichzeitig schlupfreif sind. Die zuerst geschlüpfte Jungkönigin läuft auf den Waben umher und stößt einen hellen, vibrierenden Ton aus, das sogenannte Tüten. Die noch in ihren verdeckelten Wachszellen festsitzenden, schlupfreifen Rivalinnen antworten mit einem dumpferen, gedämpften Ton, dem Quaken.

Dieses akustische Wechselspiel wird im imkerlichen Sprachgebrauch als „Singen“ bezeichnet. Hört der Imker dieses Singen am Abend im Bienenstock, ist dies das sichere Zeichen, dass am Folgetag bei gutem Wetter ein Nachschwarm – der sogenannte Singerschwarm – ausziehen wird. Der Schwarm enthält die tüternde Königin und oft sogar mehrere, während des Tumults frisch geschlüpfte Jungköniginnen.

Jahreszeit

Analog zum Nachschwarm liegt die Hauptphase im Früh- und Hochsommer (Juni bis Juli).

Imkerliche Praxis (Umgang)

  • Diagnostik: Das „Singen“ ist für den Imker ein akustisches Frühwarnsystem. Hört er es bei der Abendkontrolle am Flugloch, muss er am nächsten Tag mit einem Schwarm rechnen oder umgehend eingreifen (z.B. durch das Aufschneiden der Zellen oder das Bilden von Ablegern), um den Abzug zu verhindern.
  • Verwertung: Wird der Singerschwarm eingefangen, zeichnet er sich dadurch aus, dass sich im Knäuel oft mehrere unbegattete Königinnen befinden. Nach dem Einlogieren stechen sich diese bis auf eine gegenseitig ab.

Namensherkunft

Der Name leitet sich rein lautmalerisch von den akustischen Signalen (Tüten und Quaken) ab, die die Bienenköniginnen im Stock austauschen und die historisch als „Singen“ der Bienen gedeutet wurden.

Literatur

  • Jürgen Tautz: Die Erforschung der Bienenwelt. Leben und Verhalten der Honigbiene. Klett-Cotta, 2022.

Einzelnachweise

  1. Michelsen, A. et al. (1986): How honeybees produce queen piping. Behavioral Ecology and Sociobiology, 19(4), S. 249–254.