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Magazinbeute

Aus Bienen-Wiki

Magazinbeute

Die Magazinbeute (eine Form der Oberbehandlungsbeute) ist eine künstliche Bienenwohnung, die in der modernen Imkerei weltweit am häufigsten Verwendung findet. Ihr wesentliches Merkmal ist der modulare Aufbau aus übereinanderstapelbaren Kästen, sogenannten Zargen. Sie ermöglicht eine vertikale Erweiterung des Bienenstocks je nach Volksstärke und Trachtangebot.

Aufbau

Eine Magazinbeute besteht aus standardisierten, lose aufeinandergesetzten Bauteilen, was sie zu einem Baukastensystem macht:

  • Boden: Die unterste Einheit, die meist mit einem Flugloch zur Ein- und Ausflugkontrolle der Bienen versehen ist.
  • Zargen: Oben und unten offene Kästen, in die von oben Rähmchen eingehängt werden. Diese dienen der Aufnahme des Wabenbaus.
  • Absperrgitter: Ein Gitter, das den Durchgang für die Bienenkönigin versperrt, um den Brutraum vom Honigraum zu trennen und so honigreine Waben zu gewinnen.
  • Deckel: Der obere Abschluss zum Schutz vor Witterungseinflüssen.

Geschichte und Entwicklung

Die Entwicklung der Magazinbeute ist eng mit der Erkenntnis des „Bee-Space“ (Bienenabstand) verknüpft.

Der „Bee-Space“ und Langstroth

Der US-amerikanische Imker und Pastor Lorenzo Lorrain Langstroth gilt als „Vater“ der modernen Magazinbeute. Im Jahr 1853 patentierte er eine Beute, in der er den Bee-Space (einen Abstand von etwa 6 bis 9 mm) konsequent berücksichtigte. Dieser Abstand sorgt dafür, dass Bienen die Rähmchen nicht mit Propolis am Gehäuse festkitten und der Imker die Waben leicht entnehmen kann. Dies war die Geburtsstunde der modernen, beweglichen Wabenbauweise im Magazinformat.

Weiterentwicklung

Während sich Langstroth-Systeme in Nordamerika rasch durchsetzten, entwickelten sich in Europa verschiedene abgewandelte Formen, die besser an die lokalen klimatischen Bedingungen und die Volksentwicklung angepasst waren:

  • Dadant-Beute: Von Charles Dadant aus den USA popularisiert, nutzt sie ein großes Brutraum-Maß, um dem natürlichen, ununterbrochenen Brutnest der Bienen besser gerecht zu werden.
  • Zander-Beute: Um 1900 von Enoch Zander entwickelt, stellt sie eine der in Deutschland am weitesten verbreiteten Modifikationen dar.
  • Segeberger Beute: Ein Beispiel für eine deutsche Magazinbeute aus Hartstyropor, die aufgrund ihrer guten Wärmedämmeigenschaften besonders in kühleren Regionen geschätzt wird.

Betriebsweise

Im Gegensatz zur Hinterbehandlungsbeute (bei der der Imker von hinten in den Kasten greift) wird bei der Magazinbeute von oben gearbeitet (Oberbehandlung). Der Imker kann den Raum nach Bedarf erweitern, indem er Zargen aufsetzt, oder verkleinern, indem er sie abnimmt. Die Volksentwicklung verläuft vertikal von unten nach oben.

Konkurrenzsysteme

Neben der Magazinbeute gibt es andere Beutentypen, die jedoch meist eine geringere Flexibilität in der Raumgestaltung oder eine aufwendigere Handhabung aufweisen:

  • Hinterbehandlungsbeuten (z. B. Schweizerkasten): Öffnung von hinten. Diese Bauweise ist oft fest verbaut, beispielsweise in Bienenhäusern, und erschwert die mobile Bienenhaltung.
  • Trogbeuten (Top-Bar Hives): Hier erfolgt die Entwicklung horizontal. Sie sind oft einfacher zu bauen, bieten jedoch weniger Möglichkeiten der industriellen oder erwerbsmäßigen Honiggewinnung.

Rähmchenmaße

Die Kompatibilität von Zargen und Rähmchen ist für die moderne Imkerei entscheidend. Gängige Maße sind:

  • Deutsch-Normalmaß (DNM): Das klassische deutsche Maß (370 mm Breite).
  • Zander: Ein verbreitetes Standardmaß (420 mm Breite).
  • Dadant: Ein großformatiges System (435 mm Breite).
  • Langstroth: Der internationale Standard (448 mm Breite).

Literatur

  • Lorenzo L. Langstroth: The Hive and the Honey-Bee. (Standardwerk, diverse Auflagen).
  • Gerhard Liebig: Einfach imkern: Leitfaden zum Imkern mit der Magazinbeute. Eigenverlag, Bochum.
  • Enoch Zander: Der Bau der Biene. (Diverse Auflagen/Bearbeitungen).
  • Deutscher Imkerbund e.V.
  • Bienenkunde-Portal – Umfassende Informationen zur Imkerei und Beutensystemen.